Diwes in Friedensdorf

Aus Geschichte im Hinterland
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Autor: Helmut Mankel
Zusammen mit Günter Debus

„Diwes“ oder „Dewes“ kommt von Debus. Dies legt die Vermutung nahe, hier handele es sich um das eigentliche Stammhaus der Debus. Dies trifft aber nicht zu.

Der Erbauer Jacob Debus der Jüngere (1639–1693)

Debus, Jacob d. J. (* 07.11.1639 Friedensdorf; † 24.03.1693 Friedensdorf) ⚭ 03.05.1660 (Dautphe/Friedensdorf) Rohr (Röhr), Lena (Magdalena) (* 05.11.1637 Dautphe; † 23.08.1710 Friedensdorf)

Ergänzung: der Sohn von Jacob Debus und der Gertraud Bröster aus Friedensdorf; die Tochter von Johannes Röhr aus Dautphe

Folgende Kinder wurden ermittelt:

  • Joh. Nicolaus, * 14.07.1661; † 10.01.1662
  • Jacob, * 02.11.1662; konf. 1673; † 16.04.1689
  • Johannes, * 06.03.1664; † 30.07.1669
  • Dorothea, * 21.03.1669; konf. 1680 à Hausübernahme (siehe unten)
  • Johann Jacob, * 01.10.1671 (keinen Konfirmations- und Sterbeeintrag gefunden)
  • Margaretha, * 06.01.1674; konf. 1685; † 29.08.1735 Damshausen ⚭ 25.09.1697 Damshausen mit Schäfer, Jost aus Damshausen (* 1677; † 1739); siehe Familie 2030 im Ortsfamilienbuch Holzhausen[1]
    • Eines der fünf Kinder aus dieser Ehe hat Debus als Vornamen: Matthias Debus Schäfer (* 1700; † 1765), Grenzförster
    • Bei einem weiteren Kind, Hans Jost (1708–1712) ist Elisabeth, die Frau des Johannes Debus aus Silberg Patin
  • (Anna) Margarethe, * 28.05.1676; konf. 1688; † 26.07.1735 Damshausen (ab Konfirmation Anna Margarethe genannt) ⚭ 25.09.1697 (Damshausen) mit Seibel, Henrich aus Damshausen (* 1669; † 1747), siehe Familie 2446 im Ortsfamilienbuch Holzhausen[2]
    • Von den neun Kindern ist bei Margarethe (* 1701) die Mutter-Schwester Margarethe in Damshausen Patin.
    • Beim Sohn Johannes (* 1712) ist der Bruder der Mutter in Silberg, Johannes Debus, Pate.
  • Kunigunde, * 02.02.1679 (konf. 1690); † 27.09.1747 Friedensdorf/Schmelzmühle; ⚭ 05.10.1699 in Friedensdorf mit Ortmüller, Andreas (aus Friedensdorf/Ortmühle; * 1663; † 1718 Friedensdorf/Schmelzmühle). Das Ehepaar erwarb die alte Kupferschmelze und baute sie im Jahre 1710 zu einer Getreidemühle mit Wohnbereich um, die sogenannte „Schmelzmühle“ in Friedensdorf.
  • Johannes, * 18.03.1681 (konf. 1691); † 18.02.1767 (Silberg); ⚭ 21.07.1707 in Silberg mit Jung, Elisabeth (* 1662; † 1737) aus Silberg, die Witwe des Peter Hampel († 1707). Das Ehepaar wohnte auch weiterhin im Elternhaus der Ehefrau in Silberg Moarx (sie hatten keine Kinder).

Das Diwes-Haus (heute Kirchweg 4) wurde 1665 von Jacob Debus dem Jüngeren „direkt neben seinem Elternhaus“ (erschlossen aus der Häuserzählung), dem Stammhaus der Debus, gebaut.

  • Angaben in den Haferlisten: in den Jahren 1680, 1685 und 1690
    • Haus-Nr. 2: Besitzer à Johannes Debus († 1693) à Debus-Stammhaus
    • Haus-Nr. 3: Besitzer à Jacob Debus d. J. († 1693) à Diwes-Haus

In den folgenden Jahrgängen der Haferlisten wurden vom Schreiber der Listen die beiden Häuser vertauscht. Eine richtige Zuordnung findet erst wieder ab 1735 statt.

Das Stammhaus stand 1745 leer und wurde 1750 nicht mehr in der Haferliste geführt, existierte also nicht mehr. Das Diwes-Haus – mehrfach modernisiert – steht bis heute, ist jedoch zur Zeit unbewohnt.

Der Name Debus als Eigentümer verschwand schon mit der Heirat der Tochter des Jacob Debus d. J.. Der Schwiegersohn hieß Klingelhöfer. Mit dessen Urenkelin Anna Elisabeth kam nach deren Heirat der Name Happel ins Haus. Wenn auch nicht der Name, so ist doch ein wenig genetische Ausstattung von den Vorfahren mit Namen Debus bis zu den heutigen Happels weitergetragen worden.

In den Haferlisten ist von 1695 bis 1720 Hans Klingelhöfer († 1721) und von 1725 bis 1750 sein Sohn Jacob Klingelhöfer als Eigentümer angegeben. Der Pfarrer Römheld in Dautphe (1815–1850) – sowie auch zum Teil nachfolgende Pfarrer – hatte bei seinen Kirchenbuch-Eintragungen fast immer auch die Hausnamen der jeweiligen Personen angegeben. Bei den Eintragungen zu den „Happel“-Familien in Friedensdorf steht immer, dass sie im „Debus“-Haus wohnten.

Die Linie der Eigentümer in Diwes[3]

  1. Jakob Debus der Jüngere 1639–1693
  2. Dorothea Debus 1669–1699 ⚭ Hans Klingelhöfer 1666–1721; Hans Klingelhöfer ⚭ Elsbeth Scheu 1667–1744
  3. Jacob Klingelhöfer 1690–1756
  4. Hans Jakob Klingelhöfer 1716–1773
  5. Jacob Klingelhöfer 1755–1824
  6. Anna El. Klingelhöfer ⚭ Joh. Jac. Happel 1795–1864
  7. Jacob Happel 1821–1893

bis zuletzt Happel-Familien

Diwes im Jahr 2010

Der Standort des Diwes-Hauses ist in dem Ortsplan links durch die Kirchenstuhl-Nummer 10 gekennzeichnet. Dazu gehört das Wohnhaus gegenüber Gehöft 18 und die Scheune gegenüber Gehöft 1, sowie ein kleiner Stall zwischen Scheune und Gehöft 9.

Das Diwes-Haus ist in unmittelbarer Nähe der alten Kirche. Zur Zeit des Jakob Debus d. J., dem Erbauer des Diwes-Hauses, bestand nur der aus dem 13. Jahrhundert stammende rechteckige Chorraum der Kirche. Die Erweiterung des Kirchenschiffes in Fachwerk erfolgte im Jahre 1733, also zu einer Zeit, als dessen Enkel Jakob Klingelhöfer das Haus bewohnte.

Einzelnachweise

  1. zu Nr. 2030 Ortsfamilienbuch Holzhausen: Bei der Eheeintragung im Kirchenbuch Holzhausen wurde nur der Name der Ehefrau angeführt (keine Eltern und kein Herkunftsort), aus den Patenangaben der Kinder hat Herr Artur Kraft im Ortsfamilienbuch Holzhausen die richtigen Eltern ermittelt (Nr. 458); bei dem unter 458 für Jacob Debus angegebenen Geburtsdatum ist „vor“ zu streichen; es gibt keinen Hinweis, wie unter 458 angegeben, dass Jacob Debus d. J. Müller in der Neumühle war; siehe Matthäus Debus (1648–1712) als Müller in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg
  2. Nr. 2446 Ortsfamilienbuch Holzhausen: siehe Anmerkung zu Nr. 2030 Ortsfamilienbuch Holzhausen
  3. Weitergehende Angaben zu den Familien sind bei den Autoren abrufbar.